Dienstag, 19. Juni 2012

Apps vs. Datenschutz: heimliche Weitergabe von Nutzerdaten


Es ist kein Geheimnis, dass sog. Apps Daten der Nutzer an Dritte weitergeben. Nun sind zwei unabhängige Stellen diesem Thema auf den Grund gegangen.

Die Datenschutz-Tests
Untersucht wurden 62 Apps für die Betriebssysteme iOS und Android, sowie eine Navigation für Microsoft Windows Phone. Zudem wurde ca. 100 Apps aus dem App-Store von Apple untersucht.

Datenschutz passé
Ein Test zeigte, dass viele Apps Nutzerdaten speichern und weiterleiten. Ca. ein Drittel übermittelte die Seriennummer des Gerätes an den Hersteller und an Dritte. Bspw. übermittelten Radio-Apps diese Daten an eine Entwicklerfirma. Zudem gibt es Apps, die Daten direkt an Facebook, Google und Marketingfirmen weiterleiteten.

Ein weiterer Test zeigte, dass persönliche Daten (Name, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und sogar Passwörter ohne Verschlüsselung und Anonymisierung an den Anbieter gesendet werden. Dabei ist die gleichzeitige Übermittlung von Nutzerstatistiken und Gerätekennungen ein Kavaliersdelikt.

Beide Tests zeigten, dass die Weitergabe der Daten dem Nutzer unbekannt bleibt. Eine Übersichtlichkeit für den Nutzer, welche Apps Daten übermitteln und welche nicht ist kaum möglich.

Was bedeutet dies für den Datenschutz?
Die Gerätenummer ist geeignet Personen zu identifizieren, also einen Personenbezug herzustellen. Ungeachtet der generellen Verletzung des Grundsatzes der Datensparsamkeit, gibt es keinerlei Grundlage für eine Datenübermittlung, geschweige denn eine Einwilligung des Nutzers.

Fazit
Nutzer müssen sich im Klaren darüber sein, dass die Nutzung von Apps mit der Privatsphäre „bezahlt“ wird. Zudem sollten Auftraggeber und Entwicklerfirmen verstärkt das deutsche Datenschutzrecht beachten und entsprechende Kontrollmechanismen verstärkt werden.
In wie fern die Nutzer, diese Daten-Dossiers weiter mit Ihren Daten füttern wollen bleibt abzuwarten.

Stefan Fischerkeller

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